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Passionszeit - Der Hügel Golgatha



Langsam werde ich zu alt für sowas, dachte Tullius, als der Zug mit den Deliquenten den Exekutionsplatz erreichte, wo bereits drei Pfähle aus Holz bereitlagen. Es war nicht die Hitze. Die war er gewöhnt, von Jugend auf, die er in einer ähnlichen Gasse in Rom verbracht hatte. Die flirrende Sonne war überall dieselbe. Es war auch nicht das Blut oder die Gewalt, vor denen ihm graute. Er war ein altgedienter Legionär, hatte schon alles gesehen, hatte standgehalten, als ein germanischer Krieger, ein Berserker, ihm mit erhobener Axt entgegengestürmt war, mit struppigem Bart und wildem Blick, das war fast ein Menschenalter her, in den dunklen Wäldern des Nordens. Aber niemals in seiner fast 25-jährigen Dienstzeit hatte er sich an die Hinrichtung durch die Kreuzigung gewöhnt. Es war einfach falsch, einen Mann so zu Tode zu quälen, zur Schau zu stellen, während er Stück für Stück sein Leben aushauchte, manchmal tagelang. Diesmal waren es drei arme Kerle, die die Querbalken durch die Stadt und bis nach Golgatha hatten schleppen müssen. Der mittlere, der mit der Dornenkrone, war gegeißelt worden und hatte soviel Blut verloren, dass er mehrmals auf dem Weg zusammengebrochen war. Ein Passant hatte ihm das Kreuz getragen. Tullius und die anderen Legionäre nahmen den Verurteilten die Querbalken ab und nagelten sie an die bereitliegenden Pfähle, während am Fuß des Hügels eine Menge von Schaulustigen zusammenkam. Tullius' Blick fiel auf den Dorngekrönten, den Rabbi aus Nazareth. Er sieht wirklich nicht wie ein Verbrecher aus, dachte er. Oder wie ein Rebell. Tullius war es, der die Hände am Kreuz fixieren musste. Das war der hässlichste Teil. Annageln musste er sie, mit scheußlichen langen Nägeln. Mancher Verurteilte verlor dabei das Bewusstsein. Tullius befiel eine eigentümliche Scheu, während er mit raschen Schlägen zwei Nägel durch Fleisch und Holz trieb. Er wagte es nicht, dem Verurteilten in die Augen zu sehen, fühlte sich klein und schmutzig, wie eine Hyäne, die darauf wartete, dass einem sterbenden Löwen die Augen brachen. Dann wurden die drei Kreuze von den Soldaten aufgerichtet, rasteten in den vorbereiteten Löchern im Boden ein. Tullius stand dabei, als ein Legionär ein Schild über dem Kopf des Rabbis befestigte: "Jesus von Nazareth, der König der Juden." Tullius wusste nicht, wer oder was dieser Mann war. Aber er hatte nichts getan, was diese Strafe verdiente. Der alte Soldat machte nicht mit, als die anderen das Los um das Gewand des Rabbis warfen, aber er war es, der ihm einen Schwamm mit Essig reichte, als er sprach: "Mich dürstet." Vieles,was in den nächsten Stunden geschah, zog an Tullius vorbei, wie ein Traum. Da waren Jesu tröstende Worte für den anderen Verurteilten: Wahrlich,ich sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Da war die Finsternis, als Jesus verschied. Da waren die Worte des Hauptmanns: Dieser Mann ist Gottes Sohn gewesen. Tullius wusste, dass er recht hatte. Und dass es Vergebung gab, obwohl er diesen Gottessohn getötet hatte. Er wollte mehr erfahren über diesen Jesus.

Und wir?

Wir haben nicht den Hammer geschwungen. Oder die Geißel. Wir haben Jesus nicht ans Kreuz gebracht. Das war seine Liebe. Seine Liebe für uns. Er lässt sich schlagen, für mich. Verblutet für mich. Stirbt für mich am Kreuz. Steigt für mich ins Reich des Totes hinab. Und wird in drei Tagen wieder von den Toten auferstehen. Für mich. Auch für mich. Auch für dich. Alle Schuld, die wir in unserem Leben aufhäufen, wird an diesem Kreuz gerichtet. Jesus nimmt sie auf sich. Der Sünde Sold ist der Tod. Jesus nimmt die Strafe an, stirbt an meiner Stelle, bezahlt meine Schuld, übernimmt meinen Tod. Er ist unser Stellvertreter. Er stirbt, damit wir in Ewigkeit leben können. Er versöhnt uns mit dem Vater, schlägt in seinem Kreuz eine Brücke über den Abgrund der Sünde, mit dem wir uns von Gott getrennt haben. Er schließt die Tür des Himmels auf. Für uns. Das Vaterhaus. Und der Vater kommt uns entgegen, um seine verlorenen Söhne und Töchter in die Arme zu schließen. "Und als du riefst, es ist vollbracht, da hast du auch an mich gedacht." Jahrhunderte vorher hatte Jesaja von ihm gesprochen: "Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartet wäre. Aber er ist um unser Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinem Weg. Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn." (Jes.53,4-6) Jesus starb nicht nur für die Sünden der Welt, der Menschen und der Christenheit. Er starb für dich. Jesus starb nicht nur für die perfekten Christen, die seit ihrer Bekehrung alles richtig gemacht haben. Er starb für dich. Jesus starb nicht nur für die anderen, die du für besser hältst, für liebenswerter und vorbildlicher. Er starb für dich. Jesus starb nicht nur für jene, auf die du manchmal herabsiehst, die Zuhälter, Kinderschänder und Terroristen. Er starb für dich. Wir alle leben von diesem Kreuz. Wir alle brauchen die Vergebung durch Jesu Blut. Jesus starb für dich. Und für mich. Gott sei Dank.






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